Bevor ein Bericht Farben und Diagramme bekommt, muss feststehen, was eine Zeile im Datenmodell bedeutet. Ist sie ein Auftrag, eine Auftragsposition oder eine Lieferung? Microsoft erläutert in seiner Dokumentation zum Sternschema die Trennung zwischen Geschäftsvorgängen in Faktentabellen und beschreibenden Dimensionen wie Produkten oder Zeiträumen. Eine einheitliche Granularität der Fakten ist dabei wesentlich.

Ein hypothetischer Fehlerfall

Ein Händler exportiert Auftragspositionen und Versandereignisse. Eine Position wurde in zwei Teillieferungen verschickt. Verknüpft das Team beide Tabellen unbedacht über die Auftragsnummer, kann derselbe Positionswert mehrfach in der Ergebnistabelle erscheinen. Die anschließende Summe ist dann größer, obwohl kein zusätzlicher Umsatz entstanden ist.

Das Problem lässt sich nicht durch eine schönere Darstellung lösen. Das Team muss klären, welche Fragestellung der Bericht beantworten soll und wie die unterschiedlichen Detailstufen zusammenpassen. Für Lieferanalysen könnten Mengen je Lieferung relevant sein; für Auftragswerte eine sauber abgegrenzte Positionstabelle.

Den Modelltest sichtbar machen

Schreiben Sie für jede Tabelle einen Satz: „Eine Zeile entspricht …“. Notieren Sie außerdem den eindeutigen Schlüssel. Prüfen Sie anschließend, ob dieser Schlüssel tatsächlich nur einmal vorkommt. Eine als eindeutig angenommene Kundennummer hilft wenig, wenn der Export mehrere historische Versionen enthält.

Im hypothetischen Händlerprojekt kontrolliert der Fachbereich zunächst einen einzelnen Auftrag mit mehreren Positionen und Teillieferungen. Danach vergleicht er die Gesamtsumme mit dem bekannten Quellsystem. Beide Prüfungen ergänzen sich: Ein passender Gesamtwert kann einzelne Fehlzuordnungen verdecken.

Fragen Sie bei BI-Werkzeugen nach nachvollziehbaren Beziehungen, sichtbaren Berechnungen und Möglichkeiten zur Detailprüfung. Automatisch vorgeschlagene Verknüpfungen brauchen fachliche Kontrolle.

Halten Sie fest, welcher Zeitpunkt einer Kennzahl zugrunde liegt: Auftragseingang, Versand oder Rechnung. So erkennen Leser, warum zwei korrekt berechnete Berichte unterschiedliche Monatswerte zeigen können.