Ein Cloud-Vertrag nimmt dem Unternehmen nicht automatisch jede Betriebsaufgabe ab. Welche Aufgaben beim Kunden verbleiben, hängt vom gewählten Dienst ab. AWS erläutert dies in seinem Modell der geteilten Verantwortung: Bei virtuellen Servern übernimmt der Kunde mehr Aufgaben rund um Betriebssystem und Anwendungen als bei stärker verwalteten Diensten. Daten und Zugriffsentscheidungen bleiben wichtige Kundenthemen.

Den eigenen Dienst konkret beschreiben

Vergleichen Sie nicht nur die Bezeichnungen IaaS, PaaS und SaaS. Schreiben Sie auf, welches Produkt eingesetzt wird, wer es konfiguriert und welche Zusatzleistung der IT-Dienstleister übernimmt. Ein Vertrag über eine Anwendung kann ganz andere Aufgaben abdecken als ein Vertrag über deren technische Infrastruktur.

Ein hypothetischer Fachhändler betreibt eine eigene Bestellsoftware auf einem gemieteten virtuellen Server. Der Cloud-Anbieter stellt die Infrastruktur bereit. Das Unternehmen muss dennoch klären, wer Betriebssystemupdates vorbereitet, die Bestellsoftware pflegt und nach einem Ausfall die Funktionsfähigkeit prüft.

Eine Aufgabenmatrix für den Alltag

Nutzen Sie je Aufgabe vier Spalten: verantwortlich, ausführend, Nachweis und Vertretung. Tragen Sie beispielsweise Benutzeranlage, Rechteprüfung, Aktualisierung, Sicherung, Wiederherstellung, Störungsmeldung und Kostenkontrolle ein. Vermeiden Sie Einträge wie „gemeinsam“, wenn daraus keine konkrete Entscheidungsperson hervorgeht.

Beim hypothetischen Händler könnte der Dienstleister die Updates durchführen, während der Vertrieb den geplanten Wartungszeitraum freigibt und einen Testauftrag kontrolliert. Damit ist auch die fachliche Abnahme zugeordnet.

Gehen Sie anschließend einen fiktiven Ausfall durch: Wer bemerkt ihn? Wer darf Änderungen veranlassen? Wo liegen die aktuellen Kontaktdaten? Welche Informationen benötigt die Vertretung?

Lassen Sie die Matrix durch Anbieterunterlagen und tatsächliche Verträge bestätigen. Allgemeine Cloud-Schaubilder erklären das Prinzip, ersetzen aber keine dienstspezifische Klärung. Halten Sie das Dokument bei Anbieterwechseln und neuen Funktionen aktuell, damit Zuständigkeiten nicht zwischen Verträgen verloren gehen.