Ein Dashboard verdichtet Daten. Es kann dadurch auch Unklarheiten verbergen, die in einzelnen Datensätzen noch auffallen würden. Das britische Government Data Quality Framework unterscheidet unter anderem Vollständigkeit, Eindeutigkeit, Konsistenz, Aktualität, Gültigkeit und Genauigkeit. Diese Blickwinkel lassen sich als Gesprächsgrundlage für betriebliche Auswertungen nutzen.

Sechs Fragen für den ersten Datencheck

  • Sind alle für den Zweck benötigten Datensätze und Felder vorhanden?
  • Wird derselbe Vorgang mehrfach gezählt?
  • Widersprechen sich Angaben zwischen Systemen?
  • Passt das Alter der Daten zur Entscheidung?
  • Entsprechen Werte den vereinbarten Formaten und Regeln?
  • Stimmen die Angaben mit dem tatsächlichen Sachverhalt überein?

Ein hypothetischer Servicebetrieb will offene Reparaturen auswerten. Sein Ticketsystem enthält einen Status „erledigt“, während die Werkstatt damit nur den Abschluss der technischen Arbeit meint. Die Rückgabe an den Kunden kann noch ausstehen. Eine Auswertung ohne gemeinsame Definition würde verschiedene Vorgänge unter derselben Überschrift zusammenfassen.

Das Team wählt deshalb einige konkrete Fälle und verfolgt sie vom Eingang bis zur Rückgabe. Es notiert, welches System an welcher Stelle eine verlässliche Aussage liefert. Daraus entsteht ein kleines Datenwörterbuch mit Feldname, Bedeutung, Herkunft und zuständiger Person.

Lücken sichtbar lassen

Fehlende Werte sollten nicht automatisch durch Null ersetzt werden. Eine unbekannte Reparaturdauer ist etwas anderes als eine Dauer von null Minuten. Ebenso sagt ein formal korrektes Datum noch nichts darüber aus, ob es richtig erfasst wurde.

Im hypothetischen Betrieb könnte das erste Dashboard deshalb zusätzlich anzeigen, für wie viele Vorgänge ein Rückgabedatum fehlt. Das macht die Belastbarkeit der Kennzahl nachvollziehbar und liefert eine konkrete Verbesserungsaufgabe.

Starten Sie mit wenigen Feldern, die eine wichtige Entscheidung beeinflussen. Für jedes erkannte Problem braucht es eine fachliche Regel und einen Verantwortlichen. Eine einmalige Bereinigung hilft nur begrenzt, wenn die Ursache im Erfassungsprozess bestehen bleibt.