Die Auswahl einer Lernplattform beantwortet noch nicht, was Beschäftigte anschließend besser können sollen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung nennt fehlende technische und fachliche Ressourcen sowie unpassende Angebote als Schwierigkeiten digitaler Weiterbildung. Für einen betrieblichen Versuch lohnt es sich deshalb, zunächst die konkrete Arbeitsaufgabe zu beschreiben.
Formulieren Sie das Lernziel beobachtbar: „Eine Anfrage mit vollständigen Angaben anlegen“ ist überprüfbarer als „digital kompetenter werden“. Entscheiden Sie anschließend, welches Format hilft: eine kurze Demonstration, eine Anleitung am Arbeitsplatz, gemeinsames Üben oder ein ausführlicher Kurs.
Ein hypothetisches Lernvorhaben
Ein angenommener Servicebetrieb führt eine neue Auftragsübersicht ein. Eine Mitarbeiterin soll einen fiktiven Vorgang anlegen, den zuständigen Bereich auswählen und eine fehlende Angabe zur Klärung markieren. Sie erhält dafür eine kurze Bildschirmaufnahme und einen Übungszugang ohne echte Kundendaten.
Danach bearbeitet sie einen zweiten Fall ohne Video. Eine erfahrene Kollegin gibt Rückmeldung zum Ergebnis und lässt die Mitarbeiterin erklären, weshalb sie bestimmte Angaben gewählt hat. Das Team sammelt unklare Begriffe und verbessert die Anleitung. Es bewertet den Versuch anhand der Aufgabe, nicht anhand der angesehenen Videominuten. Dieses Szenario ist erfunden und beschreibt keine durchgeführte Schulung.
Vor dem Start klären
- Welche Aufgabe sollen die Teilnehmenden danach selbstständig erledigen können?
- Welche Vorkenntnisse und Zugänge brauchen sie dafür?
- Wann steht ungestörte Lern- und Übungszeit zur Verfügung?
- Wer beantwortet Fragen und prüft das Arbeitsergebnis?
- Wo liegt die aktualisierte Anleitung nach der Schulung?
Planen Sie eine spätere Rückmeldung nach der Anwendung im Alltag ein. Dabei kann sich zeigen, dass nicht Wissen fehlt, sondern eine unverständliche Maske oder eine unklare Zuständigkeit. Diese Hindernisse sollte das Team am Prozess beheben. Weitere Schulungsinhalte allein lösen sie nicht.


