Die Deutsche Industrie- und Handelskammer und der Handelsverband Deutschland haben am 14. Oktober ein Zehn-Punkte-Programm für stärkere Kontrollen im grenzüberschreitenden Onlinehandel vorgestellt. Die Verbände verlangen unter anderem mehr Personal und bessere Technik für den Zoll sowie eine stärker koordinierte Marktüberwachung.
Zu ihren Vorschlägen gehört eine zentrale digitale Anlaufstelle, bei der Unternehmen Hinweise auf Regelverstöße einreichen können. Außerdem fordern sie systematische Kontrollen in Versand- und Lagerzentren des Onlinehandels sowie mehr Testkäufe. Bestehende Vorschriften sollen wirksamer durchgesetzt werden, ohne zusätzliche bürokratische Pflichten für Unternehmen im Binnenmarkt zu schaffen.
Die Verbände begründen ihre Initiative mit Wettbewerbsnachteilen für europäische Händler und Hersteller: Diese müssten Anforderungen an Produktsicherheit, Umwelt- und Verbraucherschutz erfüllen, während Verstöße von Anbietern aus Drittstaaten aus ihrer Sicht zu selten verfolgt würden.
Einordnung für den Mittelstand: Ein Händler, der verdächtige Konkurrenzangebote entdeckt, könnte von einer Meldestelle mit automatischer Weiterleitung profitieren. Das Programm ist jedoch eine politische Forderung. Die Veröffentlichung bestätigt weder den Start einer solchen Stelle noch neue Meldepflichten für Händler.
Quelle: HDE/DIHK, Mitteilung vom 14. Oktober 2026: https://einzelhandel.de/presse/aktuellemeldungen/15385-vollzugsdefizite-im-onlinehandel-beheben-dihk-und-hde-legen-10-punkte-programm-vor



